Procida. Die Insel, das Meer und der Tod
45'

WDR/3sat 2008
Digibeta, Stereo, 16:9, deutsche und italienische Fassung
Kamera:
Krzysztof Hampel, Gottfried Betz
Schnitt: Astrid Skornia
Redaktion: Angelika Wagner, Reinhard Wulf



Procida ist die kleinste und ursprünglichste Insel im Golf von Neapel, ein archaischer Ort voller Magie und Religiosität. Die Kirche des Schutzpatrons San Michele spiegelt Procidas Geschichte seit dem Mittelalter wider. Man versammelte sich in unterirdischen Kapellen zum Gebet, wenn Krieg oder Erdbeben drohten. Totenrituale waren zentraler Bestandteil des kulturellen Lebens; sie haben sich zwar verändert, nicht aber die Bedeutung des Abschieds und der Erinnerung an die Verstorbenen.

Jeden Dienstag finden auf dem Friedhof Ausgrabungen statt. Die exhumierten Toten werden gereinigt, in Zinkgefäße gelegt und in Familiennischen endgültig bestattet. Dies zeigt der Film ebenso wie einen der jährlichen Höhepunkte des Insellebens, die Prozession zum Namenstag des Schutzheiligen San Michele. Dem Tod ins Gesicht zu schauen, ihn als Teil des Lebens anzunehmen, ist für die Menschen auf Procida gelebter Glaube.


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Literatur
Elsa Morante: Arturos Insel
Wagenbachs Taschenbuch 514, 2005
ISBN 3 8031 2514 6